Die Uni bereitet einen auf das Leben vor. Nicht nur versorgt sie uns mit Wissen und Informationen und vermittelt die nötigen Fähigkeiten mit diesen umzugehen.
Nein, darüber hinaus entwickelt man auch automatisch sogenannte Softskills, die in der harten Realität ja als sehr nützlich gelten.
Flexibilität z.B., wenn wieder alle Pläne über den Haufen geschmissen, Ordnungen spontan geändert und wichtige Informationen erst in der letzten Sekunde weitergeleitet werden. Oder Ruhe und Gelassenheit im Angesicht von Problemen.  So schnell bringt einen nichts mehr aus der Fassung.
Allerdings ist der Preis, den man für diese Softskills zahlen muss hoch, denn ich glaube nicht, dass Zynismus eine gern gesehene Eigenschaft ist. Den scheint nämlich der Großteil der Studenten im Laufe der Bachelor-Zeit zu entwickeln. Wie sollte es auch anders sein, wenn man regelmäßig vor organisatorische Wunder gestellt wird und lernen muss, damit umzugehen. Dass Online-Anmeldungen für alle Seminare einen Überblick über die Teilnehmerzahl geben, heißt halt noch lange nicht, dass die Dozenten auf die Masse der Studierenden vorbereitet sind. Dass Teilmodulprüfungen nicht erlaubt sind, heißt auch nicht, dass man die einzelnen Seminare so legt, dass es machbar ist tatsächlich mehrere Module abzuschließen. Glücklicherweise werden auch die Dozenten immer flexibler und geben mitunter sogar Ratschläge wie: “Besuchen sie die Seminare doch einfach parallel. Ich werde über die Anwesenheitspflicht nochmal mit Herrn XY verhandeln.”

Da lob ich mir die Wissenschaft.