Wes Anderson gehört wohl zu denen, die man entweder sehr gerne mag oder ziemlich blöd findet. Ich gehöre wohl zur ersten Gruppe, mochte ich doch bereits die Royal Tennenbaums sehr. Bei Darjeeling Limited hatte aber nicht nur Wes Anderson seine Finger im Spiel, sondern auch Roman Coppola, für den ich ebenfalls eine kleine Schwäche habe. Da ist es wohl nicht weiter verwunderlich, dass es mich freute zu sehen, dass der Film noch im hiesigen Kino läuft, und das wo noch dazu heute Kinotag war.

Sehr einfache Story -3 entfremdete Brüder, die auf einer Indienreise wieder zueinander finden- , die allerdings durch wunderschöne Bilder und Farben, eine sehr besondere Atmosphäre und teils absurde Dialoge mitunter sehr tragik-komisch und sogar rührend wirkte, und der durch die sehr gut besetzten Rollen unglaublich viel Leben verliehen wurde.
In den 3 Hauptrollen ein umwerfender Adrien Brody -sogar in rosa Boxershorts noch sexy- der sich sichtlich wohlfühlte in seinem Anderson-Debüt, ein Owen Wilson, der in seine neurotische Rolle so sehr hineinpasste, dass ich seinen Bruder Luke gar nicht vermissen konnte, und Jason Schwartzman, der genau wie Owen bereits mit Anderson zusammenarbeitete und aus gutem Grund auch diesmal wieder dabei war.
Als ob das noch nicht reichte, trat Anjelica Houston in einer Nebenrolle als Mutter der 3 auf und direkt zu Beginn des Films erschien die wunderschöne Natalie Portman, die wohl spielen, tragen und tun kann was sie will, ich vermute ich würde mich trotzdem jedes Mal in sie verlieben.

Bleibt zum Schluss der Lobhudelei noch die Musik. Anderson ist bekennender Fan der Kinks und hat sie auch in diesem Film wieder untergebracht, auf dem Soundtrack sind sie mit 2 ganzen Liedern vertreten:

This time tomorrow where will we be
On a spaceship somewhere sailing across an empty sea
This time tomorrow what will we know
Well we still be here watching an in-flight movie show
Ill leave the sun behind me and watch the clouds
as they sadly pass me by
(This time Tomorrow)

 

Strangers on this road we are on
We are not two we are one
So you’ve been where I’ve just come
From the land that brings losers on
(Strangers)

 

Ebenfalls vertreten sind die Stones, die mit ihrem Play with fire das Ende des Films einleiten.

Now you’ve got some diamonds and you will have some others
But you’d better watch your step, girl
Or start living with your mother
So dont play with me, cause youre playing with fire.

 

Und mich persönlich erfreute ein Lied, das sich durch beinahe den gesamten Film zog, sehr, da es mich an meine Kindheit erinnerte. Meine Mutter hat es früher oft auf der Gitarre gespielt und gesungen und ich habe es heute vermutlich zum ersten Mal im Original gehört (was mitunter einen großen Unterschied ausmacht).

But where do you go to my lovely
When you’re alone in your bed
Tell me the thoughts that surround you
I want to look inside your head, yes I do
(Where Do You Go To My Lovely - Peter Sarstedt)