Mo 28 Jan 2008
Call me names.
Posted by somuchcloser under .
Schon mein Fahrlehrer sagte immer, ich solle ihm Tiernamen geben. Bei schlechter Laune auch gerne böse Tiernamen. Und glaubt mir, es hilft. Macht nicht kaputt, was euch kaputt macht, von sinnloser Zerstörung hat ja niemand was. Gebt den negativen Dingen Namen! Mit sehr netten Menschen habe ich das dieses Wochenende mal durchgespielt und einige Dinge und Menschen umbenannt. Für Anfänger werde ich im folgenden einige unserer Ideen auflisten.
- Das Etwas. Gut bei Dingen, die eigentlich viel zu unwichtig sind, um sich darüber aufzuregen. Ein Etwas kann man gut mal vergessen. Da war doch noch etwas, oder nicht? Ein Etwas ist es im Grunde gar nicht wert erwähnt zu werden, und höchstens etwas, was dauernd im Weg ist.
- Gut geeignet sind auch ekelhafte Krankheitsbilder. Wie beispielsweise Karbunkel. Die ekligere Form eines Furunkels. Lästig, ekelhaft, unerwünscht. Beim Gedanken daran verzieht sich das Gesicht. Man möchte brechen.
- Die deutsche Sprache ist ja sehr vielseitig. Es gibt so viele unglaublich schöne Wörter. Und so viele wirklich hässliche. Grütze, zum Beispiel. In meinen Augen eines der hässlichsten Wörter unserer Sprache. Klingt so als würde man würgen. Und man kann es unglaublich gut wunderschön übertreiben. Bis man wirklich würgen muss. So ne Grrrrrrüüüüützzzäääää. Und dabei immer schön angewidert gucken. Sehr befreiend.
- Manchmal reicht es schon aus, Personen zu anonymisieren. Wieso die Dinge beim Namen nennen? Macht es frei nach Harry Potter und nennt ihn (oder sie, aber das schreib ich jetzt nicht immer extra dazu) doch einfach Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf. Oder auch, denn in der Kürze liegt die Würze, einfach nur Den Namen.
- Unglaublich langweilige Menschen könnte man auch gut als Tofuwurst bezeichnen. Schmeckt nach nix, sieht nach nix aus. Und fühlt sich ziemlich unangenehm an. Fleischersatz, aber einfach kein Fleisch.
- Und was sich nicht klein reden lässt, das muss man größer machen. Gnadenlose Übertreibung, bis man es nicht mehr ernst nehmen kann. Weltuntergang, Klimakatastrophe, Höllenhund, Antichrist und ähnliches. Am besten mit finsteren Geschichten dazu. Von Zombies, die die Seelen Unschuldiger rauben. Bis man seiner eigenen Phantasie nicht mehr glauben kann und über so viel Blödheit lachen muss. Denn das ist und bleibt die beste Medizin.
Das waren einige Anregungen. Ich freue mich über jeden, der weitere Ideen hinzufügt. Call me names, ich kanns vertragen ![]()
Januar 28th, 2008 at 1:23 am
du meine wurzel du.
man darf auch schönen dingen schöne namen geben. obwohl wurzel ja nicht so ein schönes wort ist. aber worte wie schatz werden so sehr abgenutzt, dass man neue nutzen muss…
Januar 28th, 2008 at 1:26 am
manche worte sind auch mehr so die stiefkinder der deutschen sprache. wie wurzel. meint was gutes, klingt aber blöd. armes wort. gut, dass du versuchst seine ehre zu retten
Januar 28th, 2008 at 9:57 am
ich hätte da spontan noch “die schmerzhafte dringlichkeit” anzubieten. Für menschen, bei denen alles so wichtig ist, daß es irgendwie weh zu tun scheint.
Januar 28th, 2008 at 12:40 pm
oh ja, das gefällt mir auch gut. auch wenn es ein bißchen so klingt, als wäre es für einen selber schmerzhaft dringlich. aber sonst sehr gut. weiter so
Januar 28th, 2008 at 12:59 pm
ja dazu hätte ich auch noch “die audiophile dringlichkeit” das sind die ganz lauten! =) das ist allerdings vom R. den hier loben und vermissend erwähnen möchte.
Januar 28th, 2008 at 1:49 pm
oh ja, die lauteeeen. furchtbar sowas. für die brauch ich auch noch n namen. ich denke aber mehr so an einen jahrmarkt oder ne kirmes. da wollte ich als kind nie hin, weil mir das zu laut war. kirmesgedudel oder so. ich denk ma drüber nach.
Januar 28th, 2008 at 1:55 pm
ja die sind furchtbar da brauch ich nur an gucksiehste-verwandte denken *buahh* Zu laut war es heute auch in meinem Nachbarbüro,…. und wie nennt man die stinker?
Januar 28th, 2008 at 2:48 pm
ich finde stinker schon ganz passend. man muss ja nich immer ausgefallene worte finden. unseren nachbarn haben wir früher auch immer nur ‘arschi’ genannt. oder du denkst an irgendwas mit nem richtig ekligen geruch. lakritz oder so. oder rosenkohl
aber ich würd glaub ich bei stinker bleiben.
Januar 28th, 2008 at 5:24 pm
rosenkohl, jaa. oder wirsing…
ich finde ja “die erfahrung” auch schön, fällt mir da noch ein =)
Januar 28th, 2008 at 6:13 pm
*hehe* ja die erfahrung!
Januar 28th, 2008 at 7:09 pm
ich lasse mich net provozieren
Januar 28th, 2008 at 9:03 pm
du fühlst dich angesprochen? hm.