Eigentlich sollte ich jetzt lernen. Die Geschichte der Erziehungswissenschaft in Deutschland. Klingt komisch, is aber so. Der Überblick steht, die Namen sind notiert, die Motivation… Ihr könnt es euch denken.

Um mein Gewissen zu beruhigen, habe ich aber beschlossen einen Teil meiner Hausaufgaben mit euch zu machen. Alle Hobby-Soziologen und Meinungsmacher, Weltverbesserer, Kritiker und auch alle anderen also bitte antreten. Es geht um das Projekt Grundeinkommen. Der Grundgedanke dahinter ist es, dass sich unsere Gesellschaft auf Grund von andauernder Massenarbeitslosigkeit von dem Prinzip der Erwerbsarbeit lösen soll, so sagen manche Soziologen. Unter anderem auch Herr Gorz, der sich letztes Jahr zusammen mit seiner Frau das Leben nahm.
Was das genau bedeutet? Jeder Bürger bekommt vom Staat das so genannte Grundeinkommen ausgezahlt, das die Existenz sichern soll (momentan wird von ca 800 Euro monatlich ausgegangen). Gleichzeitig fallen alle anderen Sozialabgaben von Seiten des Staates weg. Da der Staat sich ja aber auch weiter finanzieren muss, steigt die Konsumsteuer erheblich an, besonders auf sogenannte Luxusartikel. Wer sich also weiterhin teure Autos, schöne Frauen und exklusiven Champagner leisten will, oder auch einfach Dinge wie Fernseher, Bücher usw, muss weiterhin arbeiten gehen. Für sie ist das Grundeinkommen ein Zuschuss zu ihrem Einkommen. Klingt nach Schlaraffenland, oder?  Es ist ein Projekt für mehr Freiheit, Demokratie und Menschenwürde. Gestern im Hörsaal herrschte Begeisterung wie nie zuvor in einer Soziologievorlesung.
Aber jetzt mal ehrlich: Kann das überhaupt funktionieren? Würde unsere Gesellschaft funktionieren, oder würden nicht höchstwahrscheinlich alle Wirtschafts-, Dienstleistungs- und sonstige Sektoren völlig unterbesetzt sein? Wär würde noch freiwillig die weniger schönen, aber trotzdem notwendigen Arbeiten übernehmen? Hätten wir überhaupt sowas wie eine funktionierende Wirtschaft? Und was sagt ihr dazu?

Ist es ein Projekt für mehr Freiheit, Demokratie und Menschenwürde?
Klingt komisch. Isses auch.