Ich denke, also bin ich. So sagte Descartes irgendwann im 17. Jahrhundert und mein Philosophiedozent heute im Jahre 2007. Und ein Hörsaal gefüllt mit hochmotivierten Studenten blickte ihn mit leeren Gesichtern an.
Natürlich denken sie. An ihren nächsten Friseurtermin, an das niedliche Mädchen von gestern Abend, an die anstehenden Einkäufe und das kommende Wochenende.
Und natürlich sind sie auch. Aber warum müssen sie gerade jetzt und hier sein? Da draußen gibt es sicher schönere Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen. Aber nein, stattdessen muss man seine 1 1/2 Stunden hier absitzen und Kästchen ausmalen oder Fingernägel feilen und darauf warten, dass die blöde Anwesenheitsliste einen endlich erreicht. Wie war nochmal die Matrikelnummer? Ob ich jetzt verschwinden kann ohne aufzufallen?

Ich gestehe, auch ich hätte mir schöneres als diese Vorlesung vorstellen können. Auch ich finde einige Dinge uninteressant und viele Dozenten unerträglich langweilig. Und auch mich hat heute die Anwesenheitsliste angetrieben. Und ich zweifel an der Richtigkeit dieses Systems und an seinem Sinn. Ich zweifel daran, dass irgendjemand tatsächlich etwas von dem Gesagten mitnimmt und ich bezweifle, dass die Dozenten mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

So verbrachte ich also meine Philosophievorlesung mit dem Zweifeln und habe so doch auch irgendwie im Sinne Descartes gehandelt, für den Erkenntnis mit Skepsis beginnt. Da schließt sich also wenigstens für mich heute der Kreis…

Da ein Bekannter mir die nicht mehr wirklich neue Muse-CD ans Herz gelegt hat, kommen hier und jetzt ein paar Auszüge. Und nebenbei die Anmerkung, dass ich wohl nie ein großer Muse-Fan werde, da mir das alles zu überladen ist.

 

Do it on your own
It makes no difference to me
What you leave behind
What you choose to be
And whatever they say
Your souls unbreakable

(Invincible)

 

 

And how can we win
When fools can be kings
Don’t waste your time
Or time will waste you

(Knights of Cydonia)

 

 

Fear and panic in the air
I want to be free
From desolation and despair
And I feel like everything I saw
Is being swept away
When I refuse to let you go

(Map of the Problematique)