Mi 29 Aug 2007
Ein kleines Resumee
Posted by somuchcloser under .
Der Abschied rückt immer näher. Ein seltsames Gefühl, an Dingen, die 2 Jahre lang ein ständiger Begleiter waren, vorbeizugehen und daran zu denken, dass sie bald nicht mehr präsent sein werden, oder Orte, die man schon kaum noch wahrgenommen hat, weil sie so sehr Alltag waren, bald nicht mehr sehen zu können. Man nimmt plötzlich vieles bewusster war.
Und erst die Leute. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir die Menschen hier fehlen werden. Die, die mich in guten und in schlechten Zeiten hier begleitet haben, ob ich es wollte oder nicht. Einen Extrasatz verdient hat sich auf jeden Fall die Lieblingsmitbewohnerin. Die Zeit hier hat uns sehr zusammengeschweißt, und ich weiß nicht, was ich so manches Mal ohne sie gemacht hätte. Wohnen ohne sie, das wird etwas ganz anderes, und sie wird mir als Gegenpol fehlen; als diejenige, die mir begeistert erzählt, wie groß die Welt heute aussieht; als diejenige, die für mich kocht, oder backt, einfach um mir eine Freude zu machen; als die, mit der ich unglaublich spinnen konnte; als die, die aber auch sofort erkannt hat, wenn ich meine Ruhe brauchte. Meine zukünftigen Mitbewohner treten in große Fußstapfen.
Und mein Praktikum, dass mir so ans Herz gewachsen ist. Dass meine Sichtweise auf manche Dinge so verändert hat. Dass mich einerseits sehr tolerant hat werden lassen, mich andererseits aber auch dazu gebracht hat mal laut zu werden. Als ich den Entschluss gefasst habe, mein Studium abzubrechen und stattdessen ein Praktikum zu machen, hätte ich nie erwartet, dass das so viel bewirken würde. Und dass ich tatsächlich selber auch etwas bewirken kann; dass es Leute gibt, die dankbar sind, dass ich ihren Weg gekreuzt habe.
Was mich zu einer weiteren Erkenntnis führt: Dass ich mit mir selber oft zu hart bin. Dass ich zu sehr an mir zweifel, zu unsicher bin. Vielleicht ist die Selbsterkenntnis hier ja auch der erste Weg zur Besserung, denn genug Anstoß von außen hatte ich, der Rest muss wohl aus mir kommen.
Die eigentlich überflüssige, aber trotzdem wichtige, positive Liste für heute und gestern:
Ich hatte 2 insgesamt sehr schöne Tage mit sehr tollen Menschen, die mich in vielerlei Hinsicht auch zum Nachdenken gebracht haben. Allerdings im positiven Sinne.
Tief in mir drin scheint eine positive Quelle zum Leben erwacht zu sein. Damit hätte ich selbst schon kaum noch gerechnet.
Aber irgendwie passiert genau das in meinem Leben immer dann, wenn ich nicht mehr damit rechne. Als wäre da jemand, der es einfach nicht zulassen kann, dass ich mich selber zu sehr runter ziehe. Jemand, der mich einfach nicht fallen lässt, egal wie oft ich ihn fallen lasse. Jemand, der einmal sagte: “Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht”. Und zu dieser Zusage steht er. Und er reicht mir immer wieder aufs neue die Hand, so sehr ich auch manchmal versuche ihn aus meinem Leben zu drängen. Dafür kann ich ihm, Gott, gar nicht oft genug danken.
Huch. Alkohol macht mich redselig. Heute lasse ich die Musik glaub ich mal weg. Dafür noch 2 Bibelstellen, die mich immer wieder berühren, egal wie oft ich sie höre und lese.
Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt (Psalm 91,11.12)
Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. (Matthäus 28.20)